Rainer Herrn
Anders bewegt
100 Jahre deutsche Schwulenbewegung Chronik
ISBN 3 928983 78 4
kart., 80 S., € (D) 9,90
Edition Waldschlösschen
Pressestimmen
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Zu einzelnen Aspekten der Schwulenbewegung in Deutschland, zu besonderen Themen und einzelnen Personen gibt es zahlreiche Bücher und Aufsätze. Was bislang fehlte, war ein kurzer und knapper Gesamtüberblick, eine Chronik, die entlang einer Zeitleiste die wichtigsten Ereignisse auf einen Blick präsentiert und in einen Zusammenhang bringt. Diese Lücke ist mit dem vorliegenden Buch geschlossen.
Es liefert Interessenten ohne Vorinformationen einen preiswerten und übersichtlichen Einstieg und gibt Kennern der Materie eine schnelle Orientierung. Es ist in Dekaden unterteilt, 80 Seiten stark und verfügt über eine durchgängige Bildleiste.
Inhalt:
- Vor 1890 Von der Sünde zum Verbrechen, vom Verbrechen zur Krankheit
- 1890 - 1900 Gründung der ersten Homosexuellenorganisation
- 1900 - 1910 Aufsehenerregende Skandale, grundsätzliche Differenzen
- 1910 - 1920 Neue Hoffnungen erst mit Weimar
- 1920 - 1930 Brüchige Koalitionen, strittige Positionen
- 1930 - 1940 Zerstörung und Selbstauflösung
- 1940 - 1950 Kriegsende, aber kein Ende der Verfolgung
- 1950 - 1960 Zwang zur Normalisierung: Pseudonyme, Tarnvereine
- 1960 - 1970 Versteckte Aktivitäten, öffentliche Liberalisierung
- 1970 - 1980 Auf dem Weg nach Homolulu, Aufbruch am Alexanderplatz
- 1980 - 1990 Sammlung im Osten, Ausdehnung im Westen
- 1990 - 2000 Von der Antidiskriminierungsbewegung in die schöne schwule Welt?
Dieser Titel kann bei Libreka Volltextsuche teilweise eingesehen werden.
| Rainer Herrn, geb. 1957, lebt in Berlin und arbeitet zu verschiedenen sexualwissenschaftlichen und historischen Themen. Zuletzt erschienen "Schwule Lebenswelten im Osten: andere Orte, andere Biographien" (1999) und "Aids-Prävention für schwule Männer in den neuen Ländern: Befunde, Erfordernisse, Vorschläge" (1999). |
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Adam Februar 2000:
Schwule Geschichte im Schnelldurchgang, gerade deshalb empfehlenswert, weil das Oberlehrerhafte fehlt.
Michael Sollorz in Queer, Februar 2000:
Wer es nicht so genau wissen will, liest
"Focus". Dem Erfolg dieses Magazins liegt ein Prinzip appetitlich
aufbereiteter Häppchen zugrunde, mit dem man beim Party-Geplapper mitreden
kann, ein flottes Stichwort-Pingpong. Dieser Machart ist der umtriebige
Ostberliner Sexualwissenschaftler Rainer Herrn (Jahrgang 1957) gefolgt, als er
(...) sein Bändchen zusammenstellte.
Die Knappheit ist von Vorteil. Sie erleichtert Einsteigern den Zugriff aufs
Thema, weckt vielleicht Neugier, und wer es genauer wissen will, liest
anschließend woanders weiter. Der kundige Leser hingegen wird nirgends
sonst in der enormen Faktenfülle s mühelos schnell etwas finden, ein
Datum, ein Ereignis, oder einfach lächelnd schmökern; Info-Tainment,
ergänzt durch viele Fotos und Faksimiles von Vater Hirschfeld bis zur
Mahlsdorfer Charlotte.
Das Schöne ist die nach 1949 einsetzende tabellarische Spaltung DDR/BRD. Beim
flinken Hin- und Herlesen zwischen Ost und West in den 50er und 60er Jahren
wird noch einmal trostlos klar, wie ähnlich sich die Systeme waren, ging es
um den § 175 StGB. Ihn beizubehalten argumentierte die DDR mit den
"sittlichen Anschauungen der Werktätigen", die BRD führte den
"Schutz von Gesundheit und Moral" ins Feld. In den späteren Jahren
wichen die Gegebenheiten in den beiden Staaten immer weiter voneinander ab.
(...)
Zum Schluss, nach der Überwindung der Teilung, tanzt wieder alles auf einer
Zeile ....
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